Zur Geschichte des Club Voltaire in Frankfurt a.M.

Der nach dem französischen Aufklärer benannte Club Voltaire hat Geschichte geschrieben. Er setzte sich schon in den 60er Jahren, lange vor der Ostpolitik Willy Brandts, für politische und kulturelle Annäherung an die DDR ein, holte Autor:innen und Schaupieler:innen von dort nach Frankfurt. Der Club bezog Position gegen den Vietnamkrieg, unterstützte US-Soldaten, die desertieren wollten oder gab der Diaspora aus damaligen Diktaturen wie Griechenland, Algerien, Chile oder Iran eine Basis. Er spielte auch bei der Revolte des Jahres 1968 eine wichtige Rolle.

In zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Konflikten hat sich der Club seither eingebracht und ein Forum zur – oft kontroversen – Diskussion geboten, von der Frauenbewegung über den Kampf gegen die Startbahn West, die Hartz IV-„Reformen“ oder die Atomkraft. Heute stehen Streitfragen um Krieg und Frieden, Migration, Antisemitismus, Sozialabbau, der Kampf gegen Rechts, die Klimafrage und internationale Solidarität im Mittelpunkt. Auch die Frankfurter Kommunalpolitik spielte und spielt eine zentrale Rolle im Programm des Clubs – wie z. B. im Dezember 2025 eine Podiumsrunde mit Parteienvertretern zur Wohnungspolitik.